Zwischenmenschliche Beziehungen spielen im Leben eine wichtige Rolle. Das Medium Internet hat ein neues Kommunikations- und Interaktionsmittel entwickelt und bietet Menschen die Möglichkeit soziale Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen, das soziale Netzwerk.
Hinter dem Begriff sozialen Netzwerk verbirgt sich eine Netzgemeinschaft. Wenn Benutzer sozialer Netzwerke gemeinsam eigene Inhalte erstellen, bezeichnet man diese auch als soziale Medien. Das sind Plattformen, die zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen.
Dies ist durch das Web 2.0 möglich. Dieser Begriff ist jedoch nicht technisch zu verstehen: Stattdessen umfasst er schlagwortartig alle interaktiven und gruppendynamischen Anwendungen des heutigen “Mitmach-Internets“.
Soziale Netzwerke, die mehr Funktionen als Webforen und Chats haben existieren seit Mitte der 90er Jahre. Eines der ersten Beispiele ist Classmates.com (1995). Zu Begin waren solche Internetseiten wenig besucht bis 2003 ein großes Interesse entstand. Im Juli 2005 wurde MySpace von News Corporation für 580 Mio. US-Dollar gekauft. 2007 wurde von Google die OpenSocial- Initiative angekündigt. Diese ermöglichte verschiedene Inhalte sozialer Netzwerke zusammenzuführen. 2007 kaufte Microsoft einen Anteil von Facebook und durch diese Transaktion war Facebook auf dem Papier nun etwa 15 Mrd. US-Dollar wert.
Die Zeiten in denen “Profile“ nur für Kriminalistik angelegt wurden sind nun vorbei. Eine typischen Funktion von Webportalen ist das persönliche Profil, auf denen die Mitglieder sich selbst darstellen und viele lassen dabei kaum Fragen über sich selbst offen. Zu weiteren Funktionen gehören eine Kontaktliste oder Adressbuch, derEmpfang und Versand von Nachrichten, Empfang und Versand von Benachrichtigungen über diverse Ereignisse, Blogs und Suche.
Ein Beispiel für ein soziales Netzwerk mit einer großen Userbasis weltweit ist Facebook. Mark Zuckerberg entwickelte zusammen mit zwei Studenten und Chris Hughes 2004 an der Harvard Universitiy Facebook, das ursprünglich nur für die Schüler von Harvard gedacht war bis es schließlich 2008 in verschiedenen Sprachen übersetzt wurde. Jetzt vermeldet Facebook um die 100 Mio. Nutzer und einen Marktwert von etwa 10 bis 15 Milliarden Dollar. Jeder Benutzer dieses Webportals besitzt eine Profilseite, auf der er Fotos und Videos hochladen kann. Ebenfalls verfügt die Profilseite über eine Pinnwand auf der öffentlich sichtbare Nachrichten hinterlassen werden können. Dennoch müssen nicht alle Nachrichten über die Pinnwand mitgeteilt werden, sondern können auch durch persönliche Nachrichten, die nur an die ausgewählte Person gehen, überbracht werden.
Soziale Netzwerke finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge, doch die Zahlungsbereitschaft ist oft sehr schwach ausgeprägt. Die Zahlungswilligen jedoch, sind deutlich aktiver im Netzwerk als die Zahlungsunwilligen. Die meisten Geschäftsmodelle von sozialen Netzwerken sind jedoch auf Werbeeinnahmen oder Sponsoring ausgerichtet.
Soziale Netzwerke werden von Betriebswirtschaftslehre, Ethnologie, Sozialpsychologie, Kommunikationswissenschaft, Computerphysik und Spieltheorie untersucht. Die Wissenschaftler suchen sich Profile heraus und werten sie aus. Dabei zeigt sich, dass sich im Internet eine kleine zweite Welt gebildet hat und manchen Menschen fällt es leichter übers Internet Kontakte zu knüpfen.
Es gibt aber auch einige Kritik an Sozialen Netzwerken. Ein Kritikpunkt ist die Veröffentlichung privater Informationen, die schließlich zu Nachteilen führen können. Durch Unvorsichtigkeiten und Sicherheitslücken können persönliche Daten an andere weitergegeben werden. Auch Arbeitsgeber holen sich oft Informationen über ihre Bewerber durch Online- Kontaktnetzwerke, wie zum Beispiel StudiVZ, SchuelerVZ oder Facebook. Anhand dieser Daten können sie schon einen Eindruck von dem Bewerber erhalten. Viele Anbieter warnen davor zu viel von sich Preis zu geben, so wie zum Beispiel intime Informationen oder intime Fotos. Man muss sich immer bewusst sein, was man im web tut.
Den Plattformbetreibern wird auch vorgeworfen gegen Daten-, Urheber- und Verbraucherschutzgesetze zu verstoßen. Sie erlauben sich durch AGBs die Rechte zur Weiterverwertung von Daten, was ihnen eigentlich gar nicht gestattet ist und benutzen sie für Dinge, die weit über den eigentlichen Zwecke hinausgehen.
In den USA werden die Onlineforen schon zu polizeilichen Ermittlungen benutzt.
Im allgemeinen besteht die Gefahr in sozialen Netzwerken die Privatsphäre zu verlieren. Auf manchen Plattformen, wie zum Beispiel StudiVZ oder SchuelerVZ ist es jedoch möglich sein Profil so einstellen, dass es nur für Freunde sichtbar ist. Fremde können nicht auf die Seite gelangen und private Informationen erfahren.